Urteil im §278a-Prozess in Wien am 2. Mai erwartet

Liebe Leute,

plötzlich ist es nach über einem Jahr Prozess, über drei Monaten Untersuchungshaft und vor allem jahrelangen Bespitzelungen, Überwachungen und allem anderen, was sich dem Staat so als Mittel der Repression bietet, soweit: Die Urteile im österreichischen §278a-Prozess werden morgen gesprochen. Das Beweisverfahren wurde schon am 1. April beendet, obwohl noch zahlreiche Beweisanträge seitens der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft ausstanden.

Hier das Schlussplädoyer von Jan.

Was haben wir nicht alles erlebt: absurdeste Behauptungen seitens Staatsanwaltschaft und Polizei, eine Richterin, die einen Befangenheitsantrag gegen sich abgeschmettert hat, absurde Zeug_innen (man denke nur an den linguistischen Gutachter Schweiger), „flexibler“ Umgang mit Gesetzen seitens der Ermittlungsbehörden, der aber scheinbar keiner juristischen Aufarbeitung würdig ist, bis hin zur Aufdeckung verdeckter Ermittlungen durch das Bundeskriminalamt in Tierschutzkreisen …

Es ist gleich wie das Urteil am Ende ausfällt: Die Zeit, die den Angeklagten geraubt wurde, ihre Ängste und die (finanziellen, psychologischen usw.) Folgen durch die Bespitzelungen, Schikanen und den Prozess für ihr weiteres Leben und ihre Existenz können nicht ersetzt werden.

„Repression ist auch kein Einzelfall, sondern ein Teil des System, ein Versuch ‚unliebsame, kritische Stimmen‘ Mundtod zu machen, weg zu sperren und kann jede und jeden treffen!“ (Antirep2008, alles sic!)

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Seien wir weiter solidarisch miteinander! Lasst uns kreativ und widerständig sein! Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen, weder in Österreich noch irgendwo sonst!

Wir wünschen den Angeklagten und allen, die morgen in Wien demonstrieren alles Gute!

Ab 8.30 Uhr gibt es eine Kundgebung vor dem Landesgericht Wiener. Neustadt. Der Prozess startet um 9 Uhr.

Um 19 Uhr gibt es eine Demo gegen Staat und Justiz an der Uni Rampe in Wien: “Nach dem Prozess ist vor dem Prozess!”

Das ORF überträgt live.

Alles was bisher geschah und weiter laufend Infos gibt es unter Antirep2008. Lesenswert ist auch die Tierbefreiung 70.

Ausgabe 70 der Tierbefreiung

Japan und kein Ende …

Es wird wohl an keinem von uns spurlos vorbeigegangen sein: die Katastrophe, die sich derzeit in Japan abspielt … Mit Entsetzen verfolgen wir aus dem Büro, wie ein Erdbeben nach dem anderen Japan zusetzt, Tausende ihr Leben verloren haben und viele andere in den betroffenen Gebieten um ihre Existenz gebracht wurden. Und als wäre das nicht genug, wird uns außerdem mal wieder vor Augen geführt, wie unmöglich es ist, Atomkraft zu beherrschen. Wir finden es grausig, wie viele Lebewesen bislang schon ihr Leben lassen mussten oder unter den Folgen radioaktiver Strahlung leiden, ohne dass Politik und Wirtschaft sich dazu entschließen konnten, konsequent aus dieser Technologie auszusteigen. Regelmäßige Störfälle weltweit in Atomanlagen, seit Jahrzehnten ungeklärte Lagerungsproblematik, große Unglücke wie Harrisburg, Tschernobyl und jetzt Fukushima und nicht zuletzt die Opfer von Atombomben und Atomwaffentests sind offenbar keine Argumente, um die Atomindustrie zu beerdigen. Im Gegenteil: Häppchenweises Informieren, Vertuschung, Verschweigen und Schönreden scheinen nach wie vor die Mittel der Wahl. Und so stellen wir auch weiterhin beim Blick in die politisch-ökonomische Landschaft fest:

Atomausstieg bleibt Handarbeit – hier und anderswo!

Und, was können wir tun?

Zunächst mal den Stromanbieter wechseln, wenn wir nicht sowieso schon Ökostrom beziehen. Wenn ihr über Stromwechseln hilft zu einem der vier besten Ökostromanbieter wechselt und als zu förderndes Projekt die Kochkurse der Albert-Schweitzer Stiftung auswählt, unterstützt ihr zudem die Durchführung veganer Kochkurse! Aber Achtung: Lichtblick verwendet zum Beispiel Strom aus Biomasseanlagen, deren gärender Inhalt aus der Haltung von Tieren stammt. Und auch andere Stromanbieter sind dem nicht generell abgeneigt. Bei Wasserkraftwerken kommen oft Fische zu Schaden, durch Rechen und Turbinen, und die Ab- und Aufstiegsanlagen für Fische sind auch nicht unbedingt das Wahre …

Unterstützt die Menschen, die Jahr für Jahr versuchen, das sinn- und planlose Herumgeschiebe von Atommüll in der Landschaft zu blockieren. Letzten November wurden beispielsweise in Frankreich die Castoren durch sechs Menschen für dreieinhalb Stunden gestoppt, wobei diese durch die Polizei teilweise verletzt wurden und im Nachhinein operiert werden mussten. Jetzt stehen sie vor Gericht und brauchen unbedingt Unterstützung.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Menschen, die als Maßnahme gegen den Castortransport das Gleisbett entschottern wollen. Auch wenn dieses Vorgehen juristisch grenzwertig ist, halten wir es dennoch angesichts der Risiken der Atomenergie und der immer wieder gegen jede Vernunft getroffenen Entscheidungen in diesem Zusammenhang für eine legitime Maßnahme. Ihr könnt jetzt schon für die Vorbereitung der Aktionen wie auch die Gerichtsverfahren im Nachhinein spenden und im November selbst mit dabei sein. Je mehr desto besser …

Ihr wollt jetzt sofort etwas tun? Jeden Montag finden in vielen Städten Demonstrationen gegen Atomkraft statt. Und am 25. April finden deutschlandweit Großdemos zum Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl (die bis zum heutigen Tag Opfer fordert) statt. Zu vielen dieser Demos werden auch Busse aus umliegenden Städten fahren. Nach Gronau fahren derer derzeit 23.

Dieser Beitrag nahm seinen Ausgangspunkt mit dem Geschehen in Japan, nämlich dem Erdbeben und dem Tsunami. Auch hier könnt ihr finanziell Hilfe leisten:
Unterstützt die Aktion Deutschland Hilft. Und speziell den nichtmenschlichen Tieren vor Ort hilft die Welttierschutzgesellschaft (WSPA).

Termine:

20. April: RWE Aktionärsversammlung – RWE abschalten! (Gruga Halle Essen)

25. April: 25 Jahre Tschernobyl – Großdemos in Gronau und an vielen anderen Orten

17.-19. Mai Die Atomlobby tagt in Berlin. Sie freuen sich bestimmt über Besuch!

atomkraft nein danke
Weitere Termine: ContrAtom

Und wenn ihr eure Ablehnung der Atomkraft auch optisch zum Ausdruck bringen wollt: Wir haben den altbewährten “Atomkraft – Nein danke”-Button in den Shop aufgenommen!

PICTURES OF SOLIDARITY

Am 2. März 2011 jährt sich der Prozess gegen insgesamt 13 österreichische Tierrechtler_innen der Basisgruppe Tierrechte (BAT) und anderer Tierrechts- sowie Tierschutzgruppen. Nach knapp einem Jahr zermürbender und unbeschreiblich absurder Prozessführung durch Richterin Sonja Arleth und Staatsanwalt Wolfgang Handler sind die Betroffenen deutlich gezeichnet von der massiven Repression. Der Prozess ist für sie lebensfüllend und ständig präsent. Als vor über 2 Jahren, am 21. Mai 2008, mit der Hausdurchsuchungswelle das Ausmaß der Überwachung deutlich wurde und sich das Leben der betroffenen AktivistInnen grundlegend veränderte, wurde während und nach der Zeit in Untersuchungshaft deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt und die Solidaritätsbekundungen für das Durchstehen und Verkraften der Angriffe ist. Die Betroffenen selbst beschrieben vor allem die positive Wirkung von Bildern und Fotos, welch ihnen vor und nach der Verhaftung von Menschen aus aller Welt geschickt wurden. Visualisierter Protest, die Gesichter von solidarischen Menschen und kreative, bunte Aktionsformen gaben spürbar Kraft und Ausdauer!
Auch nach einem Jahr Prozess ist diese Kraft und Ausdauer unerlässlich wichtig. Deshalb haben wir „Pictures of Solidarity“ ins Leben gerufen. Wir wollen dazu aufrufen Eure Solidarität mit den betroffenen Aktivisit_innen auszudrücken, und zwar auf Bild – egal in welcher Form! Malt oder zeichnet Bilder, sprüht Graffitis, bastelt oder macht Fotos von Euren Soli-Aktionen, aussagekräftigen Motiven oder euch selbst. Auch Videos sind möglich! Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, seid kreativ!

Oft wird uns von dem Ohnmachtsgefühl berichtet, schockiert von den Ereignissen rund um den 278a-Prozess zu sein, aber nicht zu wissen, wie – neben Geldspenden oder Soli-Aktionen – die Betroffenen ganz direkt und persönlich unterstützt werden können, ohne direkt vor Ort zu sein. Dies ist eine gute Gelegenheit Unterstützung zu geben!

Also: schickt uns Eure „Pictures of Solidarity“ bis zum 28.02.2011 an antirep278a@riseup.net. Bitte ladet die Bilder oder Videos hoch, z.B. auf www.imageshack.com, und schickt uns dann den Link. (Bitte keine Emailanhänge, damit das Postfach nicht überlastet wird). Wir werden die Ergebnisse am 2.3.2011 auf unserer Homepage veröffentlichen.

Bitte leitet diesen Aufruf weiter und stellt unseren Banner auf eure Homepage. Diesen findet ihr unter: http://antirep278a.blogsport.de/material/

Weitere Informationen zum Prozess: http://antirep2008.org.

Tiere Essen

Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt ist das Thema „Fleischkonsum“ im Moment ziemlich weit oben auf der Agenda der Mainstream-Medien in Deutschland. Ausgangspunkt und Anlass war sicherlich die Übersetzung des Buchs „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer vom Kiwi-Verlag, was auch ganz bald in unserem Shop erhältlich sein wird. Das Buch in englischer Sprache haben wir ja schon seit einiger Zeit im Programm.

Angeregt durch seine Vaterschaft stellt sich der Autor die ernsthafte Frage nach unserer gegenwärtigen Ernährung und ihren weitreichenden Konsequenzen. In „Tiere Essen“ verarbeitet er seine Odysee von traditionellen Bauernhöfen über die industrielle Tierproduktion bis zum Schlachthof zu einem kritischen Sachbuch über unseren Fleischkonsum.

Hier findet Ihr eine kleine Sammlung von Artikeln, die in den letzten Wochen zum Thema „Fleisch vs. Ethik“ erschienen sind. Viel Spaß beim Lesen!

ESCADA Pelzfrei!

Hallo liebe Leute,

ESCADA
Gleich die gute Nachricht vorweg: Nach einer mehr als zwei-jährigen Kampagne von Tierbefreier_innen kündigte der deutsche  Luxusmodehersteller ESCADA an, ab sofort auf den Verkauf von Echtpelzprodukten zu verzichten. Alle weiteren Infos findet Ihr hier.

Le Tour de ROC
Diesen Sommer werden wir einige Stände auf verschiedenen Veranstaltungen machen:
– Veggie Street Day in Stuttgart am 17. Juli
– Fluff Fest in Pilzen, Tschechische Republik am 23. bis 25. Juli
– Veggie Street Day in Dortmund am 14. August
– Ieper Fest in Ieper, Belgien am 14.-15. August

Greenpeace-Magazin und das Buch „Eating Animals“
Außerdem beschäftigt sich das aktuelle Greenpeace-Magazin mit dem Thema Ernährung, wobei es auch um Veganismus und das Leiden der Tiere geht. Ausgewählte Artikel könnt Ihr online lesen. Unter anderem wird das Buch „Eating Animals“ von Jonathan Safran Foer besprochen, welches wir auch – ganz neu – in unseren Shop aufgenommen haben.

Skill-Sharing-Camp in Wietze
In Wietze in der Nähe von Celle bei Hannover soll Europas größter Geflügelschlachthof gebaut werden. Um das zu verhindern wurde in der Nacht vom 23. zum 24. Mai das Baugelände besetzt. Vom 9. bis zum 11. Juli soll nun ein Skill-Sharing-Camp auf dem besetzten Baugelände stattfinden sowie eine Aktionswoche vom 30. Juli bis 8. August. Den Mobilisierungsflyer zum Skill-Sharing-Camp findet Ihr hier und weiterführende Informationen gibt es auf der Besetzungs-Website.

Viele liebe Grüße aus dem ROC HQ

BAUPLATZ FÜR EUROPAS GRÖßTEN HAHNENSCHLACHTHOF BESETZT

Am 24ten Mai wurde in Wietze bei Celle ein Baugelände besetzt, auf dem Europas größter Hahnenschlachthof entstehen soll. In einem Umkreis von 100km – so der Plan der Bauherren – würden in 420 Mastanlagen bis zu 40.000 junge Hähne gemästet werden. Täglich sollen 27.000 von ihnen umgebracht werden. Auf dem jetzigen Ackerland steht nun ein 10 Meter hoher Holzturm mit Ankettungsvorrichtungen.

Die BesetzerInnen sprechen sich  jedoch nicht nur gegen den geplanten Schlachthof aus. „Jeder Schlachthof an jedem Ort soll verhindert werden, sowie Tierausbeutung im Allgemeinen“,  ist auf ihrem Blog zu lesen. Dort könnt ihr mehr über die Hintergründe, Unterstützungsmöglichkeiten sowie das aktuelle Programm erfahren. Noch mehr Infos gibt es hier: indymedia

Wir erklären uns solidarisch mit den AktivistInnen.

Informiert und engagiert euch!

Österreichische Tierrechtsgefangene frei

Die umstrittene Untersuchungshaft für eine Gruppe von Tierschützern wird aufgehoben. Das ordnete die Oberstaatsanwaltschaft heute an.

Seit Ende Mai sind die neun Tierschützer / Tierrechtler unter dem Verdacht in U-Haft, eine „kriminelle Organisation“ gebildet zu haben. Es bestehe zwar nach wie vor Tatbegehungsgefahr, doch dürfe die U-Haft nicht fortgesetzt werden, „wenn sie zu der zu erwartenden Strafe außer Verhältnis steht“, hatte die Oberstaatsanwaltschaft erklärt.

Der zweite ursprünglich geltend gemachte Haftgrund der Verdunkelungsgefahr ist durch das Gesetz mit zwei Monaten begrenzt. Diese Frist ist längst abgelaufen.

Die ersten Enthaftungen sind bereits erfolgt.

Quelle:ORF