Auswertung der Weltveganwoche

Mit diesem Banner haben wir für die Rabatt- und Spendenaktion Anfang November geworden - alle fünf Organisationen, für dir Geld sammeln wollten, sind in einem kleinen Ausschnitt dargestellt ...

Anfang November haben wir anlässlich des Weltvegantages mal eine neue Variante ausprobiert: eine Weltveganwoche mit einem kleinen Rabatt für euch und einem Spendenanteil an eine von fünf Organisationen. Da unser Shop leider nicht die Möglichkeit bietet, so etwas für alle Seiten komfortabel einzubauen, haben wir einen Umweg versucht und euch gebeten, ein kostenloses Produkt in euren Warenkorb zu packen, aus dem deutlich wird, wohin wir für eure Bestellung spenden sollen.
Insgesamt kamen bei der Aktion 183 € zusammen, die sich wie folgt aufteilten: Erdlingshof 80 €, ARIWA 36 €, Animal Climate Action 35 €, Hard To Port 17 € und Sven & Natasha 15 €.
Wir hatten ehrlich gesagt mit mehr gerechnet, aber es wurden auch schlicht erstaunlich viele Bestellungen ohne Spendenzielangabe getätigt. Nächstes Jahr werden wir uns dann wohl nochmal was anderes überlegen, da das vielleicht doch zu kompliziert war. Aber wir freuen uns dennoch auch über diese kleinen Beträge, und mit Blick auf unser bisheriges gesamtes Spendenaufkommen (unten auf der Seite) sind wir aufs Jahr betrachtet doch ziemlich zufrieden.

Spenden

Neues aus der Kategorie Spenden.

In den letzten Monaten konnten wir verschiedene Spenden tätigen, die wir jetzt kurz vorstellen wollen.

1. Offensive gegen die Pelzindustrie: Beim Vegan Street Day in Dortmund haben wir mehrere T-Shirts versteigert. Darunter waren einige Raritäten, die seit Jahren bereits ausverkauft waren, aber auch neue Motive. Dabei konnten wir 140 € sammeln, die wir an Offensive gegen die Pelzindustrie gespendet haben.

2. Gateway to Hell: Auch bei der International Animal Rights Conference in Luxemburg gab es eine T-Shirt Versteigerung. Die dabei eingenommenen 195 € gingen an die Organisation Gateway to Hell.

3. Erdlingshof: Im Rahmen unserer Soli-Aktion kamen 85 € zusammen, die wir an den Erdlingshof gespendet haben.

4. Animal Climate Action: Und schließlich bekam das Bündnis Animal Climate Action, das ihr letzten Monat mit euren Bestellungen unterstützen konntet, 52 €.

Weltveganwoche bei roots of compassion

High Five! Diese Woche könnt ihr nicht nur 5 % sparen, sondern uns auch noch 5 % an eine Organisation eurer Wahl spenden lassen!

Das roots of compassion Kollektiv wünscht euch morgen einen großartigen Weltvegantag!
Zur Feier dieses Tages gibt es dieses Jahr bei uns eine Weltveganwoche! Wenn ihr jetzt denkt, dass es dabei Rabatte bis zum Abwinken gibt, müssen wir euch leider enttäuschen. Wir finden unser Angebot aber ehrlich gesagt sogar ein bisschen besser 🙂 Einfach weiterlesen …

Zunächst die gute Nachricht für euch: Vom 31.10. bis 6.11. 2016 bekommt ihr 5 % Rabatt auf unser Sortiment (außer deutsche Literatur, Tiernahrung, Gutscheine und alles im Hard-To-Port- und ARIWA-Shop)! Ein bisschen spart ihr also schon. Außerdem sind wir bereit, weitere 5 % eures Bestellwertes zu spenden – und zwar an eine der Organisationen, für die wir dieses Jahr schon eine Soli-Aktion gemacht haben. Und wie gesagt – dieses Angebot könnt ihr eine ganze Woche in Anspruch nehmen!

Um das zu erreichen, müsst ihr nur eines der folgenden kostenlosen Produkt aus unserem Shop in euren Warenkorb packen (das ermöglicht für uns die Zuordnung eurer Spendenwahl). Folgende stehen dementsprechend zur Wahl: Animal Climate Action, Erdlingshof, Free Sven & Natasha, ARIWA und Hard To Port.

Mehr Infos zu den Organisationen findet ihr in den Interviews bei uns im Blog:

  • Interview zum Bündnis zwischen Gruppen der Tierrechts- und der Ökologiebewegung Animal Climate Action,
  • Interview mit Birgit und Johannes vom Lebenshof Erdlingshof in Bayern,
  • Interview mit Sven und Natasha, die wegen ihrer Teilnahme an der Kampagne gegen Huntingdon Life Sciences von den Niederlanden an Großbritannien ausgeliefert werden sollen,
  • Interview mit Hard To Port, die sich gegen Walfang in Island und anderswo engagieren,
  • Interview mit der Tierrechtsorganisation ARIWA.

Soli-Aktion für Animal Climate Action

Soli-Aktion zugunsten von Animal Climate Action. Auf dem Bild seht ihr einen Ausschnitt aus einem Plakat zur Demo in Hannover mit demonstrierenden Menschen und einigen Produkten, für deren Kauf wir spenden.

Animal Climate Action ist ein junges Bündnis an den Schnittstellen zwischen Ökologie- und Tierrechtsbewegung. Vom 26.09. bis 02.10.2016 könnt ihr mit eurem Einkauf das Bündnis ein wenig unterstützen. Unter rootsofcompassion.org/de/soliaktion findet ihr eine Reihe Produkte, für deren Kauf wir jeweils einen bestimmten Betrag an Animal Climate Action spenden (Den Betrag seht ihr im Bild)
Mehr zum Bündnis erfahrt ihr natürlich wieder im folgenden Interview:

Animal Climate Action – was können wir uns darunter vorstellen?

Ein Netzwerk aus Personen und Gruppen aus der Klima- und der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung, das sich regelmäßig trifft und gemeinsame Aktionen plant. Wir sind bisher noch eine überschaubare Zahl von Aktiven vor allem aus Berlin und Braunschweig, wollen aber größer werden. Wir teilen zentrale Überzeugungen, sind aber in manchen Hinsichten in unseren politischen Meinungen auch ziemlich heterogen – daher spreche ich hier auch nur für mich und nicht das ganze Netzwerk.

Was sind eure Ziele?

Wir wollen die beiden Bewegungen näher zusammenbringen und gemeinsame Aktionen organisieren. Damit wollen wir den fatalen Zusammenhang zwischen Tierhaltung und Klimawandel stärker in die öffentliche Diskussion holen und so darauf hinzuarbeiten, dass die Tierindustrie geschwächt und verkleinert und letztlich zugunsten einer ökologischen, veganen und solidarischen Landwirtschaft abgeschafft wird.

Ein Bündnis zwischen Personen und Gruppen aus der Tierbefreiungsbewegung und (linker) Umweltschutzbewegung – das war für mich bis vor kurzem schwer vorstellbar angesichts des von mir wahrgenommenen Desinteresses an Tierrechten in der Umweltbewegung. Was hat sich geändert?

Natürlich gibt es nach wie vor auch eine recht konservative Umweltbewegung, die auch generell eher Reformen anstrebt, anstatt grundsätzliche Fragen zu unserem Verhältnis zur Natur und auch zu Tieren zu stellen. Die Klimabewegung, die unter anderem auf den Klimacamps und zuletzt zu Ende Gelände zusammenkommt, sehe ich da schon etwas anders – da gibt es eine im positiven Sinne radikale politische Ausrichtung. Auch wenn Tierrechte noch kein großes Thema sind, wird doch zum Beispiel auf den Klimacamps traditionell vegan gekocht und viele Aktive sind Veganer*innen und häufig auch zugleich in der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung engagiert.

Liegt es auch daran, dass Ökologie in der Tierrechtsbewegung ernster genommen wird, und nicht nur einfach ein weiteres Argument für Tierbefreiung ist?

Ich hoffe, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass beide Themen eng zusammenhängen. Klimawandel und Umweltzerstörung treffen Menschen und Tiere, sorgen für mehr Ungerechtigkeit und werden von ähnlichen Kräften vorangetrieben wie die Tierausbeutung in der Landwirtschaft – kapitalistische Wirtschaftsstrukturen, politische Festlegungen und kulturelle Normen. Eine gesellschaftskritische Tierrechtsbewegung muss sich auch mit Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzen – und tut das auch zunehmend.

Das ist: Ende Gelände!

Ihr seid inspiriert von Großaktionen wie „Ende Gelände“. Derartige Großereignisse bekommen zweifellos viel Aufmerksamkeit – aber nehmt ihr auch einen nachhaltigen Effekt über das Ereignis hinaus wahr? Anders gefragt: Sind sie effektiv in Bezug auf unsere/eure Ziele?

Damit das Klima wirksam geschützt werden kann, muss sich zunächst die gesellschaftliche Debatte grundlegend verändern. Dafür sind große Aktionen wie Ende Gelände gute Instrumente, da sie das Thema in die Medien und ins Gespräch bringen. Außerdem bringen sie Menschen zusammen und motivieren zu weiterem Engagement. Allerdings darf man Großaktionen auch nicht überschätzen – sie können nur selten stattfinden, kosten sehr viel organisatorischen Aufwand, und gerade durch die Größe sind sie auch leichter vorherseh- und steuerbar. Das ist bei vielen kleinen Aktionen dezentraler Gruppen anders. Damit schafft man vielleicht weniger überregionale Medienaufmerksamkeit, aber Diskussionen und Denkanstöße lokal an vielen Orten. Generell ist wichtig klarzumachen, dass im Hinblick auf den Klimawandel individuelle Konsumveränderungen und kleine Reformen nicht ausreichen. Dabei kann die Aktionsform der Blockade zeigen, wie ernst und dringlich das Thema ist.
Ähnlich sehe ich es beim Thema „Tierhaltung“: Nur wenn der gesellschaftliche Konflikt wirklich offen gelegt und ausgetragen wird, können wir eine ehrliche Debatte darüber führen, wie wir Nahrungsmittel produzieren wollen. Aus meiner Sicht ist das zielführender, als die Verantwortung allein der Politik oder den Konsument*innen zuzuschieben. Großaktionen können dazu beitragen, auf den Konflikt medienwirksam hinzuweisen. Sie müssen aber ergänzt werden von dezentralen Protesten zum Beispiel von Bürgerinitiativen gegen neue Mastanlagen oder Kampagnen gegen Schlachthöfe. Ob all das dazu führen wird, dass tatsächlich in naher Zukunft greifbare Veränderungen erreicht werden, hängt von uns allen ab.

Derzeit wird der Klimaschutzplan 2050 im Kabinett abgestimmt. Kürzlich war zu lesen, dass viele konkrete Ziele, die einen spürbaren Effekt versprächen, aus dem Entwurf verschwunden sind unter anderem die Reduktion des Tierbestandes (bemerkenswert, dass es immerhin auftauchte). Wie auch immer das ausgehen mag – erhofft ihr euch überhaupt etwas von dem Klimaschutzplan?

In Anbetracht der Dringlichkeit radikaler Emmissionsverringerungen ist die Perspektive bis 2050 eigentlich viel zu lang. Es kann vieles wieder aufgeschoben werden. Mit dem Klimaschutzplan wurde immerhin einmal mehr die gesellschaftliche Debatte angefacht. Die jüngste Entwicklung macht allerdings klar, wie die Machtverhältnisse tatsächlich aussehen. Die Politik wird den konservativen Kräften der Wirtschaft folgen und damit auf Kurs in die Katastrophe bleiben – wenn wir nicht als soziale Bewegungen größere Gegenmacht mobilisieren. Dafür müssen sich mehr Menschen für Klimaschutz und Tierbefreiung engagieren.

Was plant ihr konkret für die nächste Zeit?

Die erste größere Aktion ist eine Demo gegen die EuroTier unter dem Motto „Tierproduktion stoppen! Klima retten!“. Es haben sich bereits einige Gruppen auch aus der Umwelt- und Klimabewegung unserem Aufruf angeschlossen und wir hoffen, dass die Demo auf diese Weise auch zur Vernetzung und Bewegungsbildung beiträgt.

Die EuroTier ist die weltgrößte Fachmesse für Tierhaltung. Mich überrascht, dass sie vorher noch kein Kristallisationspunkt für Proteste geworden ist. Habt ihr eine Erklärung dafür?

Es handelt sich nicht um ein besonders öffentliches Ereignis – es ist zum Beispiel keine Besucher-, sondern eine Fachmesse, und medial wird nur vereinzelt über sie berichtet. Zudem hatten die Tierrechtsaktiven in Niedersachsen immer auch viel anderes zu tun – so wurde beispielsweise gegen den Megaschlachthof in Wietze protestiert. Die Bewegung ist noch zu klein, um tatsächlich alle relevanten Ereignisse abdecken zu können. Wir müssen stärker werden – auch dafür brauchen wir Bündnisse mit anderen Bewegungen.

Wollt ihr den Protest – ähnlich wie bei der Grünen Woche – auch bei der EuroTier verstetigen?

Die EuroTier findet nur alle zwei Jahre statt, so weit haben wir noch nicht geplant.

Wer kann bei euch mitmachen?

Alle links und emanzipatorisch gesinnten Menschen und Gruppen, die uns darin zustimmen, dass die Tierindustrie aufgrund ihrer großen Klimaeffekte und aufgrund ihrer grausamen Ausbeutung fühlender Lebewesen mit energischem Protest und Widerstand konfrontiert werden muss.

Den Aufruf zur Demo in Hannover am 12. November findet ihr unter animal-climate-action.org/de/demo/aufruf/.
Und die Produkte, mit deren Kauf ihr die Initiative diese Woche unterstützen könnt, findet ihr unter rootsofcompassion.org/de/soliaktion.

Soli-Aktion für den Erdlingshof

Hier bekommt ihr einen schönen Eindruck!

Auf dem Erdlingshof leben Rinder, Gänse, Hirsche, Hühner, Hunde, Kaninchen, Pferde, Schafe, Schweine und Ziegen einem gemütlichen Lebensabend entgegen – ganz ohne Ausbeutung. Im folgenden Interview erfahrt ihr von Birgit und Johannes ein bisschen mehr über den Hof und die Idee dahinter.
Um den Hof zu unterstützen, spenden wir bis zum 15.09. für jedes Buch aus unserem Verlag compassion media, das ihr über unseren Shop kauft, 1 € an den Erdlingshof.

Erdlingshof – wie kam es zu dem Namen, welche Bedeutung hat er für euch?

Bei der Suche nach einem Namen für den Hof war es uns nicht nur wichtig, dass er schön klingt, sondern eine tiefere Bedeutung in sich birgt. So kamen wir auf den Namen Erdlingshof, ein Ort für alle Erdlinge (Erdenbewohner).

Im Vordergrund: die Gänseschar Eveliina, Möp Möp, Claudius und das Pferd Linus. Dahinter seht ihr mehrere Gebäude des Erdlingshofes, bei bestem Wetter
Eveliina, Möp Möp, Claudius und Linus
auf dem Erdlingshof

Seit wann gibt es den Lebenshof und wie kam es dazu?

Den Erdlingshof gibt es seit 2014. Die ehem. Betreiber des Antitierbenutzungshofes wollten den Hof abgeben und suchten Nachfolger. So wurde schließlich auch Johannes, der damals noch bei der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt arbeitet, gefragt.

Was nahe lag, weil du den Hof ja auch schon mit Daniel aufgebaut hattest, oder?

Daniel und ich haben schon von Kindesbeinen an gemeinsam Tiere gerettet und versorgt, damals hatten wir für unseren privaten Hof allerdings keinen Namen. Mit den Tieren sind wir dann von Baden-Württemberg nach Bayern umgezogen. Der eigentliche Verein Antitierbenutzungshof wurde erst nach meinem Wegzug von Daniel und Iris gegründet.

Vorher war der Hof als “Antitierbenutzungshof” bekannt. Was hat sich seitdem geändert?

Das Schwein Carsten in einem Waldstück mit bester Aussicht auf das Umland
Carsten mit besten Aussichten

Baulich hat sich auf dem Hof für die Tiere sehr viel verändert. So haben die Schweine z. B. jetzt ein Außengehege, das mehr als dreimal so groß ist wie das alte Gehege. Sie haben Bäume, Sträucher und große Steine zum Schubbern und mehrere Suhlen zum Baden.
Auch wurde die baufällige Scheune endlich auf Vordermann gebracht, so dass wir in diesem Jahr über 100 große Heuballen darin trocken lagern können.
Der Erdlingshof ist ein eigenständiger Verein, der vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt wurde.
Mit ein Schwerpunkt des Erdlingshofes ist es, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Dazu gehört u. a. Pressearbeit, Infoveranstaltungen und auch unsere regelmäßigen Führungen auf dem Hof, die auch bei Schulklassen sehr gut ankommen.

Ein wesentlicher Unterschied ist ja in meiner Wahrnehmung auch, dass der Antitierbenutzungshof auch andere politische Inhalte neben Tierrechten stark in den Vordergrund rückte. Sind politische Äußerungen – außer zu Veganismus und Tierrechten – für euch tabu?

Nein, ganz im Gegenteil. Die Aufgabe vom Erdlingshof ist es, sich für alle Erdlinge stark zu machen. Durch den Hof liegt der Schwerpunkt natürlich dennoch verstärkt bei den nichtmenschlichen Tieren.

Welche Themen liegen euch denn noch am Herzen?

Für uns gehören Menschen- und Tierrechte und Umweltschutz untrennbar zusammen. Wir lehnen jede Form von Diskriminierung ab. Im Moment liegt uns besonders das Leben der Geflüchteten am Herzen. Bei unserer Öffentlichkeitsarbeit haben wir uns dennoch auf das Thema Tierrechte spezialisiert, um hier möglichst viel bewirken zu können. Das heißt jedoch für uns nicht, dass andere Themen weniger wichtig sind!

Bonnie, das Schwein und Möp Möp, die Gans, liegen faul auf der Wiese rum und lassen es sich gut gehen
Bonnie und Möp Möp im Außenbereich

Woher kommen die Tiere, die bei euch leben?

Unsere Bewohner kommen auf ganz unterschiedlichen Wegen zu uns. Z. B. wurden die Pferde Mia und Dino mit Hilfe der Polizei und des Veterinäramtes beschlagnahmt, die beiden Wildschweinkinder Ronja und Hannibal kamen als Findelkinder zu uns. Aber auch kommen Tiere aus Befreiungs-/Rettungsaktionen zu uns, wie z. B. die Hühner oder die ehemaligen Laborkaninchen.

Ihr bekommt sicherlich jede Menge Anfragen, ob ihr Tiere aufnehmen könnt – wonach entscheidet ihr, welche Tiere bei euch ein Zuhause finden?

Ja das stimmt. Wir bekommen fast täglich Anfragen und es ist auch für uns immer sehr schwierig das zu entscheiden und noch schwieriger den meisten Tieren absagen zu müssen.
Es gibt mehrere Aspekte, die passen müssen, um einen neuen Erdling aufnehmen zu können. Zum einen müssen wir unsere eigenen Kapazitäten prüfen: Haben wir die Zeit, den Platz und natürlich auch das nötige Geld, um weitere Erdlinge aufnehmen zu können? Zum anderen möchten wir keinen Freikauf unterstützen, mit dem die Tierausbeutungsbetriebe wiederum unterstützt werden würden (genauso wie wir keinen Hund von einem Züchter freikaufen würden)

Gibt es eine Geschichte zu den Tieren, die euch besonders berührt hat?

Die Pferde des Erdlingshofes auf der Weide
Die 5. und 6. von links: Linus und Maja

Nahe gehen uns fast alle Schicksale. In diesem Jahr hat uns besonders die Geschichte von Maja und ihrem Sohn Linus berührt. Wochenlang ging ein Hilferuf durchs Netz mit dem Aufruf, für Linus ein neues Zuhause zu finden.
Maja sollte zum Schlachter, da die über 30-jährige Pferdeseniorin immer mehr abmagerte. Der noch jüngere Linus sollte bei der Gelegenheit gleich mit zum Schlachter gebracht werden. Da man für Maja keine Vermittlungschance sah, sollte wenigstens Linus gerettet werden, da er noch reitbar war. Aber es fand sich nach längerer Suche niemand, der Linus oder sogar Linus und seine Mutter aufnehmen würde. Wir entschieden uns schließlich, beiden auf dem Erdlingshof ein neues Leben zu ermöglichen.
Nachdem Maja von einer Pferdezahnärztin untersucht und behandelt wurde, hat sich ihr Körper sichtlich erholt. Da ihre Zähne aufgrund des hohen Alters teilweise abgenutzt, aber auch in schlechtem Zustand waren, konnte sie nicht mehr richtig essen und bekommt jetzt von uns Zusatznahrung.

Wie kommt ihr denn eigentlich mit der Nachbarschaft aus? Wie reagieren die auf die Idee eines Lebenshofs?

Wir haben eine sehr gute Nachbarschaft und werden auch von ihnen gut unterstützt. Z. B. bekommen wir jede Woche übrig gebliebenes Obst und Gemüse vom Markt für unsere Tiere geschenkt, das Nachbarinnen für uns abholen und uns bringen.

Gibt es keine Skepsis oder Ablehnung?

Zum Glück haben wir bisher noch keine Ablehnung erfahren. Allerdings können wir nur von unserem nahen Nachbarschaftsumfeld sprechen, da wir darüber hinaus aus zeitlichen Gründen keinen Kontakt zu Nachbarn haben.

das Schaf Benedikt lässt sich von Birgit den Kopf kraulen. Daneben: Johannes
Johannes und Birgit. Und Benedikt.

So ein Hof ist eine Menge Arbeit. Was sind eure nächsten größeren Vorhaben? Und wie kann mensch euch dabei unterstützen?

Nachdem wir die letzten zwei Jahre dazu genutzt haben, die Tiergehege und –unterkünfte umzubauen und zu renovieren, möchten wir jetzt im Haus weitermachen. Es fehlt z. B. noch eine richtige Heizung, die letzten zwei Winter haben wir uns provisorisch beholfen. In unserem ersten Winter auf dem Hof sind uns z. B. zweimal die Wasserleitungen im Haus eingefroren, denn im Bayerischen Wald ist der Winter sehr hart und lang.
Für die Zukunft wollen wir noch ein Seminar- und Besucherzentrum errichten, ebenso soll auf dem Grundstück ein Infoweg zum Thema Tierrechte und Veganismus entstehen.
Unterstützen können Menschen uns zum einen finanziell, z. B. durch eine Patenschaft oder auch durch praktische Mithilfe an Helfertagen/Bauwochenenden. Auch freuen wir uns, wenn unsere Postkarten verteilt werden, um den Hof und seine Ziele bekannter zu machen.

Eine Damhirschfamilie findet ein neues Zuhause.

Birgit und Johannes, vielen Dank für das kleine Interview!

Außerdem helfen könnt ihr mit Sachspenden, Einzelspenden, Privatkrediten und durch praktische Mithilfe – ob auf Helferwochenenden oder als Bufdi.

Vielleicht ist hier ja noch etwas Interessantes für euch bei?

  • We Animals – Bildband mit Fotografien von Tierrechtsfotografin Jo-Anne McArthur
  • The Ghosts in our Machine – Liz Marshall begleitete für diesen bewegenden Film Jo-Anne McArthur während ihrer Recherchen
  • Rosa-Mariechen – Einblicke in das Leben des Schweins Rosa-Mariechen auf Hof Butenland – von super-niedlich und klein bis heute
  • Cowspiracy – eine Doku über die ökologischen Folgen der Tierausbeutung
  • Warum wir Hunde lieben, Schweine essen … – ein Buch von Melanie Joy über die sozialen und psychologischen Mechanismen, die dazu führen, dass wir bestimmte Lebewesen als Lebensmittel betrachten
  • Das Handeln der Tiere – ein Buch über Handlungs- und Wirkmacht von nichtmenschlichen Tieren

420 € Spende an „Hard To Port“

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Seit April verkaufen wir über unsere Website T-Shirts für Hard To Port – nun haben wir uns mal hingesetzt und ausgerechnet, wieviel schon zusammengekommen ist. Insgesamt sind bislang 420 € durch den Verkauf zusammengekommen, die wir nun an den Verein gespendet haben.
Wenn ihr mehr über den Verein und seine Arbeit gegen Walfang in Island erfahren wollt, schaut doch mal in unseren Blogartikel über Hard To Port!