Interview mit Hendrik von Leezenschmiede

written on 13th of April 2016 in Soli-Aktionen, Politisches.
roots of compassion spendet 150 € an Leezenschmiede.

Wie angekündigt haben wir 150 € an das Projekt Leezenschmiede aus dem Mitteln der Refugees Welcome-Soli-Artikel gespendet und ein kleines Interview mit Hendrik geführt. Viel Spaß beim Lesen.

Hallo Hendrik, stell doch bitte euer Projekt kurz vor …

Die Leezenschmiede – Fahrräder für Flüchtlinge ist eine Initiative aus Münster, die dazu aufruft, gebrauchte Fahrräder und Fahrradteile zu spenden und diese gemeinsam mit Geflüchteten zu reparieren, um am Ende nicht nur ein verkehrstüchtiges Fahrrad zu erhalten, sondern auch einen einfachen Austausch zwischen Münsteraner*innen und in Münster ankommenden Geflüchteten zu ermöglichen. Die Leezenschmiede ist also mehr als eine Fahrradwerkstatt – sie ist ein Treffpunkt, ein Ort der Kommunikation und Integration.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

51 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Auch in Münster kommen jede Woche Menschen auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und einem neuen Leben an. Wichtige Voraussetzungen für diesen neuen Start und eine erfolgreiche Integration sind Mobilität, Unabhängigkeit und das Gefühl der Zugehörigkeit. Die neue Heimat erkunden kann nur, wer Zugang zu einem Verkehrsmittel hat. Erst recht, wenn der neue Wohnort in einem der zahlreichen Vororte der Stadt liegt und eine Busfahrt schon einen Großteil des Tagesbudgets einnimmt. Die Idee zur Gründung dieser Initiative entstand im Winter 2014 als Teil meiner Bachelorarbeit im Bereich Kommunikationsdesign. Mit der Leezenschmiede sollte ein kleines und vor allem lokales Projekt entstehen, das die Situation geflüchteter Menschen in Münster ein kleines bisschen verbessert und zu einer besseren Kommunikation zwischen Menschen beiträgt, die im Alltag leider kaum Berührungspunkte besitzen.

Wie möchtet ihr euch zukünftig entwickeln?

Zur Zeit versuchen wir monatliche Treffen zu organisieren, in denen wir gemeinsam jeweils 5 – 8 Fahrräder reparieren. Unser Team besteht aus sechs Personen – somit sind wir, was die Anzahl der Räder und geflüchteter Personen angeht, ziemlich ausgelastet und, falls das Projekt wachsen soll, auf helfende Hände angewiesen. Gebrauchte Räder sammeln wir immer in den Wochen vor dem nächsten Treffen, um den Zustand des Rades einschätzen und Ersatzteile organisieren zu können. Generell freuen wir uns über neue Leute, die Interesse daran haben, das Projekt aktiv mitzugestalten. Bei Interesse kann sich per Mail bei uns gemeldet werden: leezenschmiede@gmail.com