tierretter.de – Interview und Spendenaktion

written on 16th of August 2015 in Soli-Aktionen, Politisches.

Eine Woche lang spendet roots of compassion für jeden Kauf aus einer Auswahl schicker Shirts jeweils 5 € an tierretter.de

Seit 2014 hat mit tierretter.de ein Tierrechts-Rechercheteam in Münster sein Zuhause gefunden. Wir freuen uns, dass Christian von tierretter.de ihre Arbeit ein wenig vorstellen will und unsere Fragen beantworten mag.

Dieses Mal unterstützen wir tierretter.de mit 5 € pro verkauftem Liberation-, Freedom-, Until all are free- und Liberate-Shirt in der Zeit vom 17. bis 23. August 2015.

Kleiner Hinweis am Rande: In den verlinkten Videos und – in hoffentlich erträglicherem Maß – auf den Fotos erwarten euch, wie leider nicht anders zu erwarten, unschöne Bilder von leidenden und toten Tieren aus verschiedenen Recherchen.

Christian, als Verein seid ihr ja noch recht neu, aber zumindest einige haben schon vorher Recherchen durchgeführt – du seit etwa drei Jahren. Was ist eure Motivation, dass ihr euch für diesen Weg entschieden habt: Recherchen zu machen und auf diese Weise die Zustände sowohl in industrieller Tierhaltung als auch bei Privatpersonen, Züchter*innen und Co publik zu machen?

Den Verein tierretter.de gibt es seit November 2014, ein Grossteil der Mitglieder ist aber bereits seit Jahren als Teil von verschiedenen Rechercheteams unterwegs gewesen. Als neuer Verein bündeln wir nun diese Kräfte und hoffen in Zukunft viel erreichen zu können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass jene Menschen, die Tiere ausnutzen, ausbeuten und quälen nichts mehr scheuen als die Öffentlichkeit – deswegen ist die Veröffentlichung eben dieser Ausbeutung in Form von Fotos und Videos ein essentieller Bestandteil unserer Arbeit. Dabei muss man aber auch klar zwischen den beiden Formen von Tierquälerei, gegen die wir vorgehen, differenzieren – besonders da die Ziele beider Formen durchaus unterschiedliche sind.

Kastenstand in der Schweinezucht - an Bewegung ist nicht zu denken.

Wenn wir in der industriellen Tierhaltung die Zustände dokumentieren und veröffentlichen, ist das Hauptziel auf das völlig fehlgeleitete Mensch-Tier-Verhältnis in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Die katastrophalen, tierverachtenden Methoden der Industrie sind dabei die Konsequenz des grundlegend abzulehnenden Gedankens, dass der Mensch Tiere für seine Zwecke ausbeuten darf.

Natürlich zeigen wir Gesetzesverstöße, die wir bei unserer Recherchearbeit immer wieder vorfinden, bei den zuständigen Behörden an. Jede Strafzahlung und jede Umbaumaßnahme kosten die Tierhalter*innen Geld und schädigen damit die Industrie. Das eigentliche Ziel dieser Bilder sind aber ganz klar die Köpfe der Verbraucher*innen, die darüber aufgeklärt werden sollen, wie stark Tiere unter der Herrschaft des Menschen leiden, und dass dieses Ausbeutungsverhältnis ein endgültiges und absolutes Ende finden muss.

Bei Privatpersonen und Züchter*innen geht es oft darum, den Tieren direkt zu helfen. Wenn wir beispielsweise Bilder aus einer katastrophalen Hundehaltung veröffentlichen und diese Zustände bei den Behörden anzeigen ist die direkte Hilfe für das betroffene Tier oft das Ziel. Mehrfach konnten wir durch solche Einsätze die Beschlagnahme der Tiere erwirken und Tierhalteverbote für die Verantwortlichen auf den Weg bringen. Auch wenn es im Tierschutzgesetz gravierende Mängel für die private Haltung von Tieren gibt – der Öffentlichkeit ist angesichts solcher Bilder direkt bewusst, dass ein Tier so nicht gehalten werden darf. Bei der Veröffentlichung von Bildern aus der Massentierhaltung ist das leider meist anders und viele Verbraucher*innen glauben, dass die Trennung von Nutz- und Haustier gerechtfertigt und zu verteidigen sei.

Durch die Kombination dieser beiden Rechercheformen, also Themen, die tendenziell eher dem “Tierschutz” (Haustiere) angehörig sind sowie Themen, die eher dem Themenkomplex “Tierrechte” (Massentierhaltung etc.) zuzuordnen sind, versuchen wir eine emotionale Brücke in den Köpfen aufzubauen und die Grenze zwischen Nutz- und Haustieren einzureißen.

Hier ein Bild aus einem privaten Kontext - ein Schwein, das in Dreck und seinen Ausscheidungen in einem Badezimmer vor sich hinvegetiert

Und ist euer Eindruck, dass das funktioniert? Dafür müssen Menschen ja prinzipiell eure Arbeit ungefiltert wahrnehmen und feststellen, dass ihr euch in beide Richtungen engagiert …

Natürlich ist bei einem schnelllebigen Medium wie dem Internet (über das ein Großteil der Arbeit stattfindet – ohne hier eine Wertung vorzunehmen, ob dies sinnvoll ist oder es effektivere Wege gibt) immer schwer einzuschätzen, inwiefern die Aufklärung fruchtet. Bisher fand bei uns das Verwischen der Grenzen zwischen sogenannten „Nutz”- und klassischen „Haustieren“ eher subversiv statt. Auf die Veröffentlichung eines klassischen Tierschutz-Falls folgt ein Bericht über die Befreiung von Legehennen aus einer Kleingruppenhaltung, und so bekommen auch die ausschließlich an Tierschutz interessierten Leser*innen unserer Website und Facebookseite Kontakt mit Tierrechts-/Tierbefreiungsthemen. In Zukunft werden wir dies aber noch stärker forcieren und darauf aufmerksam machen, dass es moralisch gesehen absolut schizophren ist, sich über die Zwingerhaltung eines Hundes zu empören und gleichzeitig Produkte zu konsumieren, für die Sauen in winzige Kastenstände eingesperrt werden.

Ich erinnere mich an ein Gespräch kürzlich, wo mir ein Rechercheur erzählte, er weise bei Interviews regelmäßig darauf hin, dass es ihm nicht um die Einzelfälle gehe, sondern dass das System selbst das Problem sei – eine Äußerung, die regelmäßig nicht im Zusammenschnitt zu finden ist. Habt ihr trotzdem Hoffnung, die Grenze zwischen “Nutztieren” und “Haustieren” verwischen zu können, wenn ihr mit großen Medien kooperiert?

Die Zusammenarbeit mit Mainstream-Medien ist immer ein Drahtseilakt, der mal besser, mal schlechter funktioniert. Die Medien sind an Skandalen und „neuen Geschichten“ interessiert. Die systematische, lebensverachtende Ausbeutung von Tieren ist ein Skandal, aber keine „neue Geschichte“ – schließlich gibt es ständig Berichte, in denen Massentierhaltung kritisiert wird. Deswegen konzentrieren sich viele Fernsehberichte auf Einzelfälle oder einzelne Praktiken der Tierindustrie, die u. U. noch über den „ganz normalen Wahnsinn“ der Tierausbeutung hinausgehen.
Schlussendlich kann ich diese Praktik der Redaktionen als selbst Medienschaffender in Teilen nachvollziehen, als Aktivist der Tierbefreiungsbewegung ist sie mir natürlich oft ein Dorn im Auge. Das „große Ganze“ (die gesellschaftsimmanente Ausbeutung und Abwertung des Lebens von nichtmenschlichen Tieren) ist nur schwer darzustellen, die Konsequenz dessen (beispielsweise die Zustände in Massentierhaltungen) ist viel einfacher zu erklären und auch in einem kurzen Fernsehbeitrag zu erzählen.

Ende letzten Jahres haben wir zum Beispiel in einer Schweinezucht in Niedersachsen recherchiert. Der Betrieb war komplett illegal. Es gab dort unzählige Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV): So gab es es keine ständige Trinkwasserversorgung, kein Beschäftigungsmaterial, viele Buchten bargen Verletzungsrisiken, die Kastenstände waren zu schmal … Zudem war das Güllebecken komplett voll, sodass die Gülle von unten durch den Spaltenboden nach oben gelangte. In Rücksprache mit dem zuständigen Veterinäramt ergab sich, dass dieser Betrieb den Behörden nicht einmal bekannt war. Nur 14 Tage später stand diese Halle leer – das Veterinäramt hat dem Tierhalter sofort untersagt dort weiterhin Tiere zu halten.

Hat sich für die Tiere, die dort vorher untergebracht waren, effektiv etwas geändert? Mitnichten! Entweder wurden die Sauen in eine andere Haltungseinrichtung verlegt oder zum Schlachthaus gefahren, wenn der Tierhalter keine andere Unterbringungsmöglichkeit hatte. Ein klassischer „Einzelfall“, der auch durch die Fernsehberichterstattung so dargestellt wurde. Dass es aus unserer Sicht vollkommen egal ist, ob ein Kastenstand nun 55 cm oder 70 cm breit ist, weil Kastenstände nun einmal nicht breiter sondern abgeschafft gehören, und wir die gesamte TierSchNutztV für eine einzige Farce halten – „Tierschutz“ vereint in einem Wort mit „Nutztier“ ist allein schon paradox – kam in dem Beitrag nicht zu sprechen. Von einem Hinweis auf den einzigen Weg dieses Leid allumfassend zu beenden, nämlich einen veganen Lebenstil zu pflegen, brauchte man gar nicht erst denken.

Die Zuschauer*innen sehen „schlimme Zustände“ und erfahren, dass diese illegal waren und der Betrieb geschlossen wurde – viele werden daraufhin denken, dass es in „legalen“ Anlagen dementsprechend „besser“ aussieht – an der Ausbeutung der Tiere ändert sich dadurch jedoch nichts. Wir hatten auch intern viele Diskussionen darüber, wie dieser Einsatz und die Berichterstattung dazu zu werten seien. Die Schließung der Anlage ist auf keinen Fall ein uneingeschränkter Erfolg, sehr wohl aber das realistische Maximum von dem was dort erreicht werden konnte: An diesem Ort wird nie wieder ein Tier leiden müssen. Jedes Sandkorn im Getriebe der Tierausbeutungsindustrie hilft, diese Maschine irgendwann zum stoppen zu bringen. Und wenn die Fernsehsender über Jahre hinweg ständig über sogenannte „Einzelfälle“ berichten, dann muss auch den ignorantesten Fleischverfechter*innen irgendwann bewusst werden, dass es sich nicht mehr um Einzelfälle handeln kann, wenn die Flut an Berichterstattungen darüber nie abbricht.

Natürlich soll dies keine Verteidigung und Beharren auf der aktuellen Praktik sein – ein Wandel ist mehr als wünschenswert, und das lieber gestern als übermorgen. Allerdings glaube ich, dass man trotz dieser Nachteile nicht aufhören sollte zu versuchen derartige Bilder in Mainstream-Medien unterzubringen. Der Blick in die Augen eines jeden geschundenen Tieres könnte jener Blick sein, der einen Menschen dazu bewegt, endlich eine ernstzunehmende Empathie gegenüber diesem „Nutztier“ zu empfinden und dies in Zukunft auch in seinem Konsumverhalten umzusetzen. Natürlich muss die Arbeit mit den Mainstream-Medien immer hinterfragt, reflektiert und eben auch konstruktiv kritisiert werden, wenn sie aus dem Ruder gerät und für die Tierbefreiung letztlich negative Botschaften verbreitet.

Du hast jetzt ein paarmal die Veränderung des Konsumverhaltens hin zu einer vegane(re)n Lebensweise genannt. Da fällt mir direkt eine Meldung aus den letzten Tagen ein, dass ein neuer Rekord bei der Fleischerzeugung in Deutschland aufgestellt wurde – das Wachsen der Veggiebewegung wird durch einen steigenden Export kompensiert. Wie siehst du das? Wird die Konzentration auf das individuelle Verhalten der Konsument*innen der Tierausbeutungsindustrie mittel- bis langfristig wesentlichen Schaden zufügen? Während das Ganze in einem kapitalistischen Kontext stattfindet, dem Ausbeutung immanent ist?

Ich glaube, dass der Schritt zu einer veganen Lebensweise immer nur ein Anfang sein kann. Eine logische Konsequenz dieses Schrittes kann und sollte sogar sein, dass man seine Mitmenschen über seine Beweggründe, in Zukunft auf Produkte tierischen Ursprungs zu verzichten, aufklärt. Wer „nur für sich“ vegan lebt, hat zwar einen wichtigen Schritt zu einem kleinen bisschen weniger Ausbeutung von Lebewesen in unserer Gesellschaft getan, ein Austausch ist aber essentiell um dies auch weiter voranzutreiben.

Natürlich ist die Ausbeutung der Tiere nur ein kleiner Teil der gesamten vorherrschenden Ausbeutungsverhältnisse in dieser/unserer Welt. Für mich geht der Verzicht auf tierische Produkte seit jeher einher mit dem bestmöglichen Verzicht auf andere Produkte, deren Produktion mit Ausbeutung verbunden sind, sowie mit politischer/aktivistischer Arbeit. Schlussendlich muss die gesamte Bewegung durch ein gutes Kombinieren von Themen / Aktionen immer wieder darauf hinweisen, dass die Ausbeutung der Tiere in unserer Gesellschaft überhaupt nur stattfinden kann und sich so entwickeln konnte, da sie sich innerhalb eines kapitalistischen Kontextes befindet. Die Schlachthofbesetzung in München anlässlich des G7-Gipfels war meines Erachtens eine jener Aktionen, die diesen Zusammenhang sehr gut dargestellt hat. Danke an die Menschen, die an der Aktion teilgenommen bzw. sie organisiert haben.

Man muss den Menschen, aber auch ein Ziel geben, dass sich für sie erst einmal als „realistisch umsetzbar“ darstellt. „Vegan“ ist in den letzten Jahren endgültig dem Nischendasein entflohen und im „Mainstream“ angekommen. Die Fokussierung des Ziels auf einen Konsumstil hat jedoch Nachteile, die sich aktuell stärker denn je zeigen. Mehrere Fleischkonzerne, letztens beispielsweise die PHW-Gruppe mit der Marke „Wiesenhof“, entwickeln vegane oder vegetarische Produkte um auch ihren Teil des grossen „Vegan“-Kuchens abzubekommen. Einerseits zeigt diese Entwicklung, wie viel in den letzten Jahren tatsächlich auf dem Markt passiert ist, andererseits zeigt der Erfolg dieser Produkte, dass viele Menschen Veganismus anscheinend tatsächlich als „Lifestyle“ oder schlicht und einfach nur als „Ernährungsstil“ betrachten. Die empathischen Hintergründe, die grundlegende Ablehnung der Ausbeutung von Tieren gerät in den Hintergrund, wird vergessen oder war gar nie Thema. Wir stehen hier in der Pflicht darauf hinzuweisen, dass Firmen/Unternehmen und Gruppen, die vegane Produkte aus Überzeugung heraus produzieren, zwangsläufig vom Markt vertrieben werden, wenn man die „Big-Player“ der Fleischindustrie mit dem Kauf ihrer Produkte unterstützt. Das Ziel muss und sollte ein kritisch-veganer Konsum sein, der eben nicht nur darauf abzielt, dass die Produkte „Hauptsache vegan“ sind, sondern eben auch ansonsten möglichst frei von Ausbeutung des Menschen und der Natur.

Schlussendlich schätze ich die „Macht der Verbraucher*innen“ in dem kapitalistischem Ganzen für weniger einflussreich an als die meisten, dennoch zeigt gerade der Wandel in den letzten Jahren, dass diese Macht vorhanden ist und den Markt massiv beeinflussen kann. An politische Lösungen glaube ich nicht wirklich, da die Politik zumindest in absehbarer Zeit wohl kaum auf das Kernproblem – die Ausbeutung als System – eingehen wird, sondern nur auf dessen Konsequenzen und deswegen auch nur reformistische Lösungen hervorbringen kann.

Reden wir über die praktische Grenze der Auswirkungen eurer Recherchen auf Konsument*innen. Hältst du es für denkbar, dass die Menschen, die diese Bilder sehen, sich einfach irgendwann daran gewöhnen und sich bewusst damit abfinden, dass es so ist?

Wichtig ist immer, dass man diese Bilder mit passenden Texten und anderen Inhalten, sowie unter Umständen direkten Gesprächen an Infoständen, kombiniert. Ich glaube es gibt viele Menschen, die sich immer noch nicht bewusst sind, wie es in Massentierhaltungen aussieht. Diesen Menschen muss man die Bilder zeigen. Genauso gibt es Menschen, die solche Bilder zwar kennen, aber glauben, dass es nicht überall so aussieht – oder eben nur im Ausland. Diesen Menschen muss man ebenfalls die Bilder zeigen, und zwar immer wieder, damit die Zustände in Massentierhaltungen irgendwann allen bewusst sind.

Vielleicht gibt es Menschen, die irgendwann einfach „zu machen” und dieses Leid für ihren eigenen „Genuss“ akzeptieren. Diese Menschen sollten dann aber eben auch ziemlich in die Bredouille kommen, wenn sie das nächste mal an einer ethisch motivierten Diskussion teilnehmen. Wie steht man angesichts solcher Bilder da, wenn man dann sagt: „Das alles ist mir egal“. Besonders gut jedenfalls nicht. Vielleicht bewegt diese Menschen der gesellschaftliche Druck obgleich solcher Bilder dazu, irgendwann Empathie gegenüber den Tieren zu empfinden. Und um diesen Druck zu erhöhen ist es dann wieder wichtig, solche Bilder zu zeigen.

Wie ist das denn bei euch selbst? Im Film “The Ghosts in our Machine” sieht man, wie sehr die Fotorecherchen die Tierrechtsfotografin Jo-Anne McArthur mitnehmen – was wahrscheinlich auch viele Außenstehende als Reaktion erwarten würden. Bei der Premiere des Films in Münster sagte Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz dagegen, dass er keinen derart emotionalen Zugang zu dem, was er dort sieht, hat.

Christian von tierretter.de in Aktion

Ähnliches schriebst du von dir selbst auch im Vegan Magazin – weil du die Recherchen sonst nicht durchführen könntest. Geht ihr alle auf ähnliche Weise mit dem Leid um, dass euch regelmäßig begegnet? Habt ihr Strategien entwickelt, damit ihr nicht daran kaputt geht?

Auf diese Frage würde ich immer liebend gerne antworten können, dass mich diese Bilder immer wieder aufs neue schockieren, mich mitnehmen und nicht mehr loslassen. Leider kann ich das nicht antworten, da es schlichtweg nicht so ist. Ich habe von Anfang an eine „gesunde“ Distanz zu dem, was ich sehe, aufbauen können. Ob ich darüber froh bin oder von mir selbst erschrocken bin, wechselt sich regelmässig ab. Hin und wieder gibt es durchaus Momente, in denen ich merke, dass da noch etwas ist, was sich aufbäumt und eine emotionale Reaktion in mir provoziert, allerdings lähmen mich diese Momente zunächst. Wenn ich mich ständig, wenn nicht sogar immer, so fühlen würde, könnte ich schon lange nicht mehr weitermachen.

Schlussendlich ist es absolut paradox, dass jene Menschen, die sich gegen ein bestimmtes Leid einsetzen am Ende von einer ähnlichen „Verrohung“ und „Abstumpfung“ betroffen sind, wie die Menschen, die dieses Leid produzieren und in diesen Anlagen arbeiten. Ich glaube aber auch, dass ich die emotionalen Auswirkungen der Arbeit selber, von innen heraus, kaum einschätzen kann, oder sie sich erst irgendwann zeigen werden. Natürlich hat mich das, was ich gesehen habe, verändert, und zwar grundlegend – immerhin hat es dazu geführt, dass ich mein gesamtes Leben umgestellt habe und dem Zweck der Aufklärung und Aufdeckung dieser Zustände widmen möchte.

Die schönen Seiten ab Minute 7:05

Befreite Puten in einer Transportbox

Es gäbe noch viele weitere Fragen, die wir dir stellen könnten, aber wer noch weitere Fragen hat, kann beispielsweise auch zur Tierbefreiung #85 greifen, und wird dort auch ein paar weitergehende Fragen beantwortet finden.
Hören wir mit etwas Schönem auf: Was hat dich bei eurer Arbeit bzw. als Resultat eurer Arbeit bislang am meisten gefreut?

Die Zusammenarbeit mit Menschen, die man mag, deren Ziele man teilt und mit denen man gerne die manchmal doch strapazierenden Nächte verbringt, ist einer der wichtigen Teile, der für mich alles zusammenhält und mich weiter motiviert. Natürlich bleiben einem auch die Momente im Kopf, wenn man befreite oder gerettete Tiere in die Freiheit und ihr neues „Zuhause“ entlassen kann. Es gibt viele schöne Momente – wichtig ist, diese zu erkennen und auch wertzuschätzen.


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